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Wenig Ertrag und Top-Qualität –Die Weinpreise werden 2010 steigen-.
Ich gehöre ganz sicher nicht zu denjenigen, die Jahrgänge bereits vorab über den grünen Klee loben. Aber das was in den Kellern an Rhein, Mosel, Nahe und Ahr gärt ist sehr vielversprechend. Die Trauben waren reif, gesund, aromatisch, extrem wohlschmeckend und in der Säure perfekt ausbalanciert. Aufgrund der schlechten Blüte und der besonderen Trockenheit im Juli und August ist der Ertrag allerdings erheblich geringer ausgefallen als in den Jahren zuvor. In den letzten fünf Jahren wurden durchschnittlich etwa 10 Millionen Hektoliter deutscher Wein erzeugt. In 2010 wird es nur 8,8 Millionen Hektoliter geben. Dies bedeutet, dass wir Verbraucher mit einer Preiserhöhung von 4 bis 8% rechnen müssen. Geringe Quantität und die sehr gute Qualität haben ihren berechtigten Preis. Ich empfehle nicht nur den durchschnittlichen Jahreskonsum beim Lieblingswinzer einzukaufen, sondern einige Tropfen für spätere Jahre aufzuheben. – Es wird sich lohnen-. Am Mittelrhein konzentrierte sich die Rieslinglese auf die zweite Oktoberhälfte und brachte eine sehr reife Traubenqualität. Der Riesling erreichte meist mehr als 85° Oechsle. Die Säurewerte waren mit sieben bis neun Gramm pro Liter im optimalen Bereich. Dass die Ernte in sehr guter Qualität eingebracht wurde, ist vor allem den reichhaltigen Niederschlägen im Frühsommer zu verdanken. In Rheinhessen ist die Qualität des 2009er Jahrgangs überdurchschnittlich gut. Überragend waren die Mostgewichte vor allem bei den Burgundern. Besonders die Spätburgunder zählen zu den Gewinnern des Jahrgangs. Die Rieslinge waren durchweg gesund, vollreif, geschmacksintensiv und mit moderaten Säurewerten ausgestattet. Die Erträge fallen in diesem Jahr an der Nahe deutlich geringer als im Vorjahr aus. Lediglich Müller-Thurgau erreichte mehr oder weniger den gewohnten Ertrag. Insbesondere bei den weißen Burgundersorten waren die kleinbeerigen Trauben aufgrund der langen Trockenperiode im Spätsommer mit Mostgewichten von über 100° Oechsle sehr konzentriert. Was recht stoffige Weine erwarten lässt. An der Ahr begann die Hauptlese mit dem Frühburgunder am letzten Septemberwochen-ende und war vier Wochen darauf nach einem problemlosen Verlauf so schnell abgeschlossen wie nie. Leichte Schäden durch Winterfrost und eine Kälteperiode zur Weinblüte, mit daraus resultierenden Verrieselungsschäden, führten zu einer sehr bescheidenen Erntemenge von durchschnittlich 70 hl/ ha. Dies entspricht einem Viertel weniger als der bereits unterdurchschnittliche Vorjahresertrag.
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Statt den Griff ins Weinregal zu feiern und sich ein wenig Zeit für das Weinetikett zu nehmen, wandern äglich hunderte Flaschen an Rot- und Weißwein ungesehen in die Einkaufskörbe der Nation. Wer sich kurz Zeit nimmt, erfährt viel mehr über einen Wein, als mancher auf den ersten Blick vermutet. Der gesetzlich verankerte Steckbrief verrät nämlich vieles über die Güteklasse und die Weininhaltsstoffe eines guten Tropfens. Das Weinetikett ist sozusagen die Visitenkarte eines Weines. Es vermittelt dem Weingenießer die vielfältigsten Informationen über Inhalt und Qualität. Die dort aufgeführten Angaben sind teilweise verpflichtend andere wiederum sind fakultativ. Obligatorische Angaben bei einem deutschen Qualitätswein ist die Bezeichnung der Qualitätsstufe und des Anbaugebiets, aus dem der Wein kommt. Auf dem Etikett angegeben sein müssen außerdem die amtliche Prüfnummer, der Erzeuger oder Abfüller, der vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozent und der Flascheninhalt. Der Jahrgang und die Rebsorte dürfen nur dann angegeben sein, wenn mindestens 85% des Weines aus der Ernte des jeweiligen Jahrgangs und der genannten Traube stammen. Seit Ende 2005 muss ein Etikett auch die Bezeichnung „Enthält Sulfite“ aufweisen, wenn ein Wein mehr als 10mg/l Schwelfel-Anteil enthält. Wichtig ist dies für Allergiker, die bei Kontakt mit diesen Schwefelkomponenten Asthma-ähnliche Anfälle erleiden können. Schwefeldioxid wird seit vielen Jahrzenten dem Wein zugesetzt. Dies dient der Konservierung, verhindert unschöne Einfärbungen und die Vermehrung von nicht erwünschten Mikroorganismen. Auch ohne Zugabe von Schwefel kann man nie von schwefelfreiem Wein sprechen, denn allein unter normalen Gärungsbedingungen entstehen Schwefelverbindungen. Die im Wein enthaltenen Mengen, - oft unter 100 Milligramm pro Liter -, sind nicht gesundheitsschädlich. Zum Vergleich kommen auf einem Kilogramm Rosinen etwa 2000 Milligramm Schwefel. Grundsätzlich gilt: trockene Weine enthalten weniger Sulfite als süße, rote weniger als weiße. Seit einiger Zeit gibt es in allen deutschen Anbaugebieten Initiativen, die Weinetiketten nicht mit zu vielen Angaben zu überfrachten. Mehr Klarheit durch übersichtliche Optik heißt die Devise, der viele Erzeuger folgen. Manche specken ab, indem sie für ihre Weine nur noch den Erzeugernamen, die Geschmacksrichtung und Rebsorte herausstellen. Andere platzieren die nicht obligatorischen Angaben auf einem Rückenetikett, um die Übersichtlichkeit zu verbessern.
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Die Vorhersagen sind eindeutig! In den 27 besten Weinanbaugebieten der Welt wird sich die Temperatur erheblich erhöhen und eine fatale Klimaänderung mit sich bringen. Für Europa und den Mittelmeerraum ist in den nächsten 90 Jahren eine Erwärmung von 1,5 °C vorhergesagt und in Nordeuropa wird sich die Temperatur um 2-4 °C erhöhen. Der Weinfreund weiß, die Qualität eines Weines hängt von der Lage, der Region und eben auch vom Klima ab. Als Konsequenz aus dem Temperaturanstieg ergibt sich, dass Rebsorten aus den mediterranen Weinbauländern auch in Deutschland angepflanzt werden. Schon heute werden die weißen Rebsorten Chardonnay und Sauvignon Blanc sowie der rote Merlot oder Cabernet Sauvignon in vielen deutschen Anbaugebieten kultiviert. Es wird nicht mehr lange dauern und wir können Rotweine produzieren, die von höchster Qualität sind und mit den besten französischen Spitzengewächsen konkurrieren werden.
Das Rheintal gehört ohne Zweifel zu den Gewinnern der Erderwärmung. Besonders spät reifende Sorten wie Riesling und Spätburgunder werden profitieren. So werden das Nahetal, die Mosel und das Ahrtal auf das badische Klima rund um Freiburg treffen. Rheinhessen und der Rheingau werden in Zukunft die besten Lagen des Kaiserstuhls vertreten. Es werden neue Spitzenlagen auf der Weltkarte des Weines entstehen. In den nördlichen Regionen Europas, beispielsweise in Dänemark, Schweden oder England, entwickelt sich schon heute ein ernstzunehmender Weinbau. Wer hätte gedacht, dass im Jahre 2008 mehr als zwei Millionen Flaschen britischer Wein erzeugt worden sind.
Sicher ist, dass eine Erwärmung nicht nur Qualitätssprünge mit sich bringt. Deutschlandweit – besonders im Süden -besteht die Gefahr, dass von negativen Effekten auf die Weinqualität ausgegangen werden kann. Eine zunehmende Trockenheit und höhere Temperaturen während der Reifephase haben direkten Einfluss auf die Inhaltsstoffe der Rebsorten. Aufgrund des schnelleren Wachstums, der wärmeren Nächte und der höheren Co2 Konzentration verlieren die Trauben ihren ursprünglichen Charakter. Weinsäure schwindet, die Farbe wird intensiver und die Zuckerbildung in der Traube nimmt erheblich zu. Die Konsequenz sind alkoholreiche und farbintensive Weiß- bzw. Rotweine. Für den Winzer heißt das auch, dass neue Krankheiten, vermehrter Fäulnisbefall und das neue noch unbekannte Schädlinge auftreten werden. Eine Bewässerung der Rebanlagen wird zur Pflicht. Hier können Sie den Anfang Ihres Beitrags eingeben. Dieser Teil wird auf der Blog-Hauptseite angezeigt.
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Champagner zum Dessert hat keine Chance!
Englische und amerikanische Weinjournalisten haben Ende der 90er Jahre mit ermunterndem Lob Deutschlands Winzern den Glauben an ihre edelsüßen Gewächse zurückgegeben. Seither mehren sich die Zeichen, dass süßer Wein national und international wieder salonfähig wird. In der TOP Gastronomie wird es immer selbstverständlicher, dass Sommeliers ein Glas Riesling Beerenauslese oder eine Trockenbeerenauslese zum Dessert offerieren. Noch bringen sie damit manche Gäste ins Grübeln, kaum verwunderlich da jahrelang zum Nachtisch der stereotypische Champagner empfohlen wurde.
Die Kombination von Süßwein und Süßspeise ist, auch wenn sie nicht unbedingt einfach ist, oft eine besonders interessante. Hierbei muss man eigentlich ein einfaches Prinzip berücksichtigen: Süße und Süße heben sich gegenseitig auf. So kann zum Beispiel ein Wein, der eigentlich als zu süß empfunden wird für eine Süßspeise ein idealer Begleiter sein, während ein weniger süßer, eigentlich angenehmerer Wein in Verbindung mit einem Dessert plötzlich weniger angenehm schmeckt. Im Idealfall verbinden sich die beiden essentiellen Faktoren Säure und Süße und bringen eine ansprechende, attraktive Kombination hervor.
Viele Desserts bestehen aus Früchten, Schokolade oder Sahne. Der geschmacksgebende Bestandteil der entsprechenden Nachspeise liefert die Vorlage zur Weinwahl. Obst welches aus unseren heimischen Regionen stammt, harmoniert perfekt mit edelsüßen Gewächsen aus deutschen Anbaugebieten. Auch wenn eine Fruchtsäure vorhanden ist, hat es sich erwiesen, dass eine angenehme Wechselwirkung mit der Säure im Wein und der Säure im Dessert eingegangen wird. Edelsüße Prädikate wie zum Beispiel eine Spätlese fruchtsüß eine Auslese oder Beerenauslese sind die Klassiker bei der Weinwahl. Sehr gute Kombinationspartner für die Rebsorte Riesling sind zum Beispiel Äpfel, Birnen, Pfirsich und Aprikosen. Zitrusfrüchte enthalten eine aggressivere Säure. Die Kombination mit dieser Fruchtgruppe erweist sich als schwieriger. Hier sollte der Zuckeranteil oder der Sahneanteil des Desserts dementsprechend angehoben werden.
Kaffee oder Schokolade enthalten oft einen hohen Anteil von Bitterstoffen, was die Auswahl eines Weines als interessanten Begleiter recht einfach macht. In vielen Anbaugebieten finden Sie heutzutage milde und liebliche Rotweine. Sie sind die perfekten Partner zum Schokoladen oder Kaffeedessert. Die Fruchtsüße des Weines puffert die Bitterstoffe im Rotwein harmonisch ab. Hier können Sie den Anfang Ihres Beitrags eingeben. Dieser Teil wird auf der Blog-Hauptseite angezeigt.
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Schokolade und Wein ein Balanceakt mit Genussgarantie!
Die Azteken bereiteten vor Jahrhunderten aus den Früchten des Cacao einen scharf gewürzten Trank, den sie Xocolatl nannten. Die Mischung aus Wasser (atl) und den bitteren zerstampften Kakaobohnen (Xoco) mundeten den spanischen Eroberern zunächst nicht. Doch schon bald, nachdem „el chocolate“ Europa erreicht hatte, begann der Siegeszug des dunklen Goldes. Über 10 kg vernascht die Nation pro Kopf im Jahr. Schokolade entschleunigt, macht glücklich, ist Nervennahrung und eine sinnliche Verführung. Letztendlich sagt man den Inhaltstoffen der Kakaobohne eine aphrodisierende Wirkung nach.
An der Frage, ob Wein zu Schokolade passe, scheiden sich seit Jahren die Geister. Dabei verspricht die Kombination wahren Genuss; die Vermählung von geschmeidigen Tanninen oder einer feinen Restsüße im Wein mit dem Schmelz eines wahren Kakaogeschmacks kann bei der Einhaltung einiger Regeln zum wahren Genuss werden.
So wie man einen Wein nach seiner Farbe, dem Geruch und Geschmack erkundet, sollte man sich auch der Schokolade widmen. Die Farbe lässt Rückschlüsse auf den Kakaoanteil zu – je dunkler desto höher -, der Geruch betört bisweilen die Sinne und der Geschmack ist nahezu ebenso vielfältig wie beim Wein. Es empfiehlt sich zunächst den Wein und die Schokolade in dieser Reihenfolge separat zu probieren. Anschließend lässt man ein kleines Stück Schokolade im Mund anschmelzen, nimmt einen Schluck Wein dazu und lässt sich von dem Aromenspiel überraschen. Wie beim Wein, sollte auch bei der Schokolade die Temperatur beachtet werden. Bei Zimmertemperatur (20-22 Grad) probiert, entfaltet Schokolade ihren Geschmack optimal. Grundsätzlich gilt: Je süßer die Schokolade, desto süßer und milder im Hinblick auf die Weinsäure sollte der Wein sein, damit die delikate Balance gewahrt bleibt. Die Liaison der Schokolade mit dem Schmelz und der üppigen Kraft eines edelsüßen weißen Weines wie beispielsweise einer Auslese oder gar Beerenauslese zeigt echte Verführungskünste. Auch Rotweine sind als Begleiter von Schokolade willkommen. Hier gilt: Je höher der Anteil an Kakao in der Schokolade ist, desto ausdrucksvoller muss der Rotwein sein. Eine feine milde Süße in der Schokolade kann durchaus auch mit einem milden Tropfen kombiniert werden. Harmonische Verbindungen von trockenem, frischem Weißwein mit Schokolade sind optimal, wenn die Schokolade natürliche Fruchtaromen beispielsweise von Birnen oder Ananas mitbringt. Dabei sollte der Wein in der Säure nicht zu dominant sein.
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